Unser Projekt „Sanitätsstation“

Das Gesundheitssystem in Burkina Faso stützt sich im Wesentlichen auf die Sanitätsstationen (CSPS), da es Krankenhäuser nur in Städten gibt und die wenigsten Menschen wegen der äußerst dürftigen Verkehrsinfrastruktur und fehlender Transportgelegenheiten unmittelbaren Zugang haben.
Die staatliche Gesundheitsplanung sieht vor, dass niemand mehr als 5 km Weg zu einer Sanitätsstation zu bewältigen haben sollte. Dieses Ziel wird in Tenkodogo bei weitem nicht erreicht. Inzwischen gibt es zwar ein neues Krankenhaus der medizinischen Allgemeinversorgung, doch für die 83 Dörfer und für  Tenkodogo selbst gibt es gerade 17 Sanitätsstationen. Unser „Projektdorf“ Goursampa ist etwa 16 km von der nächstgelegenen Sanitätsstation in Tenkodogo entfernt. Die Straße dorthin es nur auf den letzten Kilometern vor der Stadt befestigt.

Wie sieht eine Sanitätsstation (CSPS) aus?
Die Sanitätsstationen werden heute nach einem Musterbauplan errichtet: Ein Gebäude für die Untersuchung und die Behandlung (auch Impfungen), ein „Geburtshaus“, wo Frauen auch die ersten drei Tage nach der Geburt verbringen können, ein Gebäude für die Apotheke und das Lager von Materialien und ein viertes Gebäude mit zwei Wohnungen für Krankenschwester oder Sanitäter. Selbstverständlich werden auch Latrinen für das Personal und Patienten benötigt.

Welche medizinischen Leistungen können in Anspruch genommen werden?
Die CSPS sind gewöhnlich mit drei bis vier ausgebildeten Krankenschwestern/Sanitätern und einigen Praktikanten besetzt. Diese leisten die Erstversorgung bei Krankheiten und Verletzungen, beraten Schwangere, leisten Geburtshilfe. Diese Schwangerschaftsbetreuung wird immer mehr angenommen, was die Mütter- und Säuglingssterblichkeit bereits erheblich hat sinken. Weiterhin ist jede CSPS dafür zuständig das staatliche Impfprogramm in ihrem Bereich umzusetzen. Alle Neugeborenen im Zuständigkeitsbereich werden erfasst  und die Einhaltung des vorgegebenen Impfplanes für die ersten 18 Monate des Kindes überwacht. Gegebenenfalls werden Familien in den Dörfern aufgesucht, wenn die Kinder nicht in die Station zum vorgegebenen Termin gebracht werden..
Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Gesundheitsberatung z.B. zur Malariabekämpfung, aber auch zur Geburtenkontrolle und zur Durchsetzung des bestehenden Verbots weiblicher Genitalbeschneidung. Die Bedeutung der CSPS für die Gesundheit der Bevölkerung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Für den Notfall eines Krankentransportes stehen allerdings in den seltensten Fällen Fahrzeuge zur Verfügung. Auch Stromversorgung besteht nur in wenigen Einzelfällen, Impfstoffe müssen in mit Propangas betriebenen Kühlschränken aufbewahrt werden. Die wichtige Versorgung mit Trinkwasser wird grundsätzlich über Brunnen gewährleistet.

Ziel des Freundeskreises
Unser Projekt „Sanitätsstation“ sieht in schon getroffener Absprache mit den zuständigen Verwaltungsstellen vor, eine CSPS in der Nähe von Goursampa so zu errichten, dass auch drei oder vier weitere Dörfer  in deren Einzugsbereich sein werden. Den Standort wird die Gesundheitsverwaltung in Absprache mit der Stadtverwaltung von Tenkodogo suchen und festlegen, die Versorgung mit Personal und Sachmittel ist gewährleistet.

Wir müssen uns jetzt daran machen, die erforderlichen Mittel von rund 100.000 Euro zu beschaffen!

Werner Wittchen (März 2016)

Gesundheitsversorgung in Tenkodogo

Im Departement Tenkodogo gibt es ein Zentralkrankenhaus und (Stand 2005) 15 CSPS. CSPS steht für Centres de Santé et de Promotion Sociale, es sind Einrichtungen der medizinischen Erstversorgung. Ein CSPS besteht normalerweise aus einer Ambulanz, einer Entbindungsstation mit Impf- und Vorsorgediensten für Säuglinge und einer Apotheke. Die Dichte der CSPS ist noch sehr gering, so dass mehr als 50 % der Bevölkerung über fünf km vom nächsten CSPS entfernt sind. Der Richtwert für die Einrichtung eines CSPS ist zehn km.

Die personelle Ausstattung eines CSPS besteht aus Krankenpflegern/ Krankenschwestern und Hebammen. Ärzte gibt es nur im Zentralkrankenhaus. Allerdings ist das Pflegepersonal dafür ausgebildet, die häufigsten Erkrankungen zu behandeln.

Die häufigsten Fälle sind Malaria. Rund 80 % der Bevölkerung ist davon betroffen. Danach folgen verschiedene Parasitosen und Infektionskrankheiten, vor allem Magen-Darm-Erkrankungen. HIV spielt eine relativ geringe Rolle. In Centre-Est sind (Stand 2005) rund 1,3 % der Bevölkerung sero-positiv. Dabei sind die Frauen mit 1,6 % stärker betroffen als die Männer mit 0,9 %.
Bei den Entbindungen besteht eine zunehmende Tendenz zur Geburt in einer Entbindungsstation. Es gibt auch noch Hausgeburten mit Hebamme, Hausgeburten ohne Hebamme sind verschwindend gering. Durch die Entbindung in einem CSPS können die Kinder registriert und in das Vorsorgesystem eingebunden werden.

Dies hat wesentlich dazu beigetragen, die Kindersterblichkeit zu verringern.Unterhalb der CSPS wäre es für die Erstversorgung sehr hilfreich, die Lehrer an den Schulen zu Ersthelfern auszubilden und mit einer Grundausstattung zu versehen.

Inge Franck (März 2014)




Hier folgen bald einige Fotos von unserer gerade abgeschlossenen Mitgliederreise