Neue Projekte für Goursampa

Die Schule in Goursampa heute
Hofheimer im Gespräch mit dem Dorfchef und Lehrern in der Schule

Das Dorf Goursampa ist eines der 83 Dörfer, die zu Tenkodogo zählen und von dort aus verwaltet werden. Es liegt unmittelbar benachbart zu Gourgou, wo wir die Schulküche errichtet haben. Zwischen den beiden Dörfern gibt es aber keine direkte Straßenverbindung. Der kürzeste Weg ins Stadtzentrum von Tenkodogo beträgt etwa 16 km, bis zur Krankenstation im Zentrum sind es sogar 22 km, laut Stadtverwaltung. Der Ort hat etwa 1500 Einwohner, die in 7 Bezirken wohnen (genauere Zahlen konnten wir nicht erhalten). Es gibt für alle sieben Ortsteile sogar nur drei Trinkwasserbrunnen, der nächste zur Schule, die wir besichtigten, ist etwa 1 ¾ km entfernt.

Die Schule hat nur drei Klassenräume, in denen vier Klassen von drei Lehrern unterrichtet werden: CP (Cours préparatoire), CE (Cours élémentaire) und zusammen in einem Klassenraum CM 1 und CM2 (Cours moyen). Auf Grund dieser Konstellation gilt die Schule als sogenannte Vollschule, d.h. sie bietet eine komplette Schulbildung. Es kann aber wegen der wenigen Klassenräume und der Lehrerversorgung (drei LehrerInnen inkl. dem Direktor) nur alle zwei Jahre neue Schüler aufnehmen. Es werden also die Kinder aus zwei Klassenstufen in einem Raum unterrichtet, die Schule hat derzeit 107 Schüler. Viele Kinder aus dem Ort, vor allem aus „Gehöften“ in Randlage, gehen in Nachbarorten zur Schule, die genaue Zahl ist nicht erfasst. Die Schule leidet nicht nur unter der Trinkwassersituation, ein ebenso großes Problem ist die große Armut im Dorf selbst. Diese hat gerade dazu geführt, dass 55 Prozent der Eingeschulten den Schulbesuch vor der sechsten, der letzten Klasse abbrechen. Der Staat liefert nämlich nur Lebensmittel für die Schulspeisung, die wegen der weiten Schulwege (bis zu fünf Kilometer) und der Dauer des Unterrichts unumgänglich ist, für vier Monate der insgesamt neunmonatigen Schulzeit. Für fünf Monate müssen die Eltern die Schulspeisung übernehmen. Die gleiche Situation gilt auch für die Versorgung der Kinder mit Schulmaterial: die zwei oder drei Euro, die der Staat jährlich pro Schüler (je nach Klasse) für Schulmaterial  zur Verfügung stellt, muss noch durch die Eltern aufgestockt werden.

Gekocht wird neben der Schule durch Mütter in einer winzigen Rundhütte, die nur in der Mitte Stehhöhe erreicht, auf einem einzigen Herd. Wegen der schlechten Ernte nach der letzten Regenzeit ist es den Eltern nach Darstellung des Rektors nicht möglich, das Geld für den Ankauf von Lebensmitteln für die letzten drei Monate dieses Schuljahres zu beschaffen. Dies würde dann zu einem Zusammenbruch des Unterrichts führen, weil die Kinder ohne Essen nicht den Tag in der Schule verbringen können und deshalb zu Hause bleiben würden. Wir haben sofort die Beschaffung von zwei Monatsrationen für die Schule gesichert (720 kg Reis, 240 kg Bohnen und 80 l Öl), was mit genau 500 € von der Delegation privat gespendet möglich war.

Eine wichtige Hilfe für dieses Dorf und insbesondere seine Schule wäre dadurch zu erreichen, dass als ein Brunnen im Schulbereich gebohrt würde, der daneben auch noch ca. 250 Bewohnern durch Verkürzung der Wege zur Wasserbeschaffung zugute käme. Die Kosten für eine Brunnenbohrung belaufen sich nach Angaben der Stadt auf ca. sieben bis acht Millionen CFA, dies entspricht rund 10.500 €.

Weiterhin wäre es im Hinblick auf die Zahl im Ort vorhandener Kinder ( in Gourgou gehen bei etwa gleicher Einwohnerzahl 470 Kinder in die dortige Schule) dringend erforderlich, die Schule um drei Klassenräume auf die „Normgröße“ ( 6 Klassenräume) zu erweitern, was nach der Planung in der Schulverwaltung von Tenkodogo in den nächsten Jahren nicht sein wird. Die Kosten für ein dreiklassiges Schulgebäude belaufen sich auf ca. 35.000 €. Da aber der Bau der Schule auch in "Raten" erfolgen könnte, nämlich jedes Jahr nur eine neue Eingangsklasse hinzukäme, könnte die Bauzeit auf drei Jahre gestreckt werden.

Dem Ort fehlt schließlich eine Krankenstation zur medizinischen Minimalversorgung, die wegen der geringen Größe des Ortes und vordringlichen anderweitigen Bedarfs in absehbarer Zeit nicht finanzierbar ist. Wobei der staatliche Versorgungsplan mit Krankenstationen lediglich fünf Kilometer als akzeptabel bezeicnet. Eine Lösung wäre die Errichtung einer Krankenstation zwischen Goursampa, Gourgou und einem dritten Dorf ohne Krankenstation. Damit könnte eine solche Krankenstation drei Dörfer versorgen. Unter diesen Bedingungen (die Baukosten würden von Dritten, z.B. vom Freundeskreis getragen) würde das Personal vom burkinischen vom Staat mit Personal ausgestattet. Eine kleine schnelle Hilfe wäre jedoch für die Schüler bereits, wenn sie einen Erste-Hilfe-Koffer für Schulen erhielten und darüber hinaus Erste-Hilfe-Kurse für die Lehrer durchgeführt werden könnten. Dies will der Freundeskreis als weiteren ersten Schritt angehen.

Ein Gedicht: "Ich bin stolz ein Burkinabe zu sein" ...
Die Schülerinnen und Schüler waren immer dabei, im Gelände oder...
... vor der kleinen Küche.
Die Chefs von Hofheim und Goursampa umringt von interessierten Kindern.
Das sind Häuser von Goursampa ...
... in der glühenden Mittagshitze.
Auf dem Weg zurück nach Tenkodogo: die einzigen anderen Wegbenutzer neben uns.
Ein Baobab - die faszinierenden Bäume der Region - auch das Logo des Freundeskreises.
Das nennt sich Straße - auf der Piste nach Goursampa
Weitere Verkehrsteilnehmer auf der Piste
In der Schule von Goursampa: vorne Essgeschirr der SchülerInnen
Der Stundenplan - ziemlich voll!
Im Gespräch mit dem Dorf-Chef
Die Schulküche ist klein und renovierbedürftig.
Die Schulköchin an diesem Tag...
... und ihr Arbeitsplatz: Der Herd wurde bereits vor zwei Jahren von uns beschafft.