Mehr zur Corona-Pandemie in Afrika, Burkina Faso und Tenkodogo

Hier finden Sie die Artikel und Berichte über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Burkina Faso und die Arbeit von OCADEScaritas und dem Rathaus, unseren Projektpartnern in Tenkodogo.

 

 

Hilfe für die Menschen in Tenkodogo im Kampf gegen das Corona-Virus - Freundeskreis ruft auf zu Spenden für die Kampagne

 „Auch Burkina Faso, eines der ärmsten Länder der Welt, ist inzwischen von der Corona-Pandemie erreicht worden,“ berichtet der Vorsitzende des Freundeskreises Hofheim-Tenkodogo, Dr. Rüdeger Schlaga. „In dem Land mit 20 Millionen Einwohnern gibt es derzeit nur ein Krankenhaus in der Hauptstadt Ouagadougou, das Coronavirus-Patienten aufnehmen kann. Es verfügt nur über eine Handvoll Beatmungsgeräte und ein einzige Testlabor.

Hilfe von außen gebe es bisher kaum, so Schlaga. „Die meisten Länder Afrikas sind kaum auf dem Wahrnehmungsschirm von Regierungen und Gesellschaften der reichen Länder des Nordens zu finden“, macht er deutlich. „Die Menschen müssen sich so gut wie möglich selbst helfen. In dieser Situation hat uns der Hilferuf unserer Partnerorganisation OCADES/caritas in Tenkodogo erreicht.“ Sie habe ein Informations- und Aufklärungsprojekt auf den Weg gebracht, in dessen Rahmen in 20 zum Teil abgelegenen Dörfern Tenkodogos die Menschen über die Corona Pandemie, die Symptome des Covid-19-Virus sowie über Schutzmaßnahmen aufgeklärt werden sollen. Ganz praktisch werde auch gezeigt wie beispielsweise Hände richtig zu waschen sind, warum Abstand halten zu Nicht-Familienmitgliedern so wichtig ist. Gemeinschafts-einrichtungen in den Dörfern werden mit Hygienesets ausgestattet.

Für diese Kampagne, die vorerst auf einen Monat angelegt ist, werden zum Start 40 Jugendliche ausgebildet und mit den notwendigen Materialien ausgestattet. Damit gehen sie in die 20 ausgewählten Dörfer und informieren die Bevölkerung in der jeweils gesprochenen Sprache.

Der Vorsitzende des Freundeskreises macht die Dimension deutlich: „Die Kampagne kostet 3150 €. Sie zu finanzieren aber ist für unsere Partnerorganisation nicht möglich. Wir wollen unseren Partnern helfen und für sie das Geld aufbringen. Daher unsere Bitte: HELFEN SIE MIT IHREN MÖGLICHKEITEN UND BETEILIGEN SICH MIT EINER SPENDE – JEDER EURO HILFT. JEDER EURO ZÄHLT!“

Das Spendenkonto des Vereins bei der Frankfurter Volksbank lautet:
Freundeskreis Hofheim-Tenkodogo e.V.
IBAN:  DE12 5019 0000 6001 8621 10 – Stichwort: Corona-Kampagne

Aktuelle Nachrichten aus Tenkodogo (6. Mai 2020) von Paul Ilboudou

Mir und meiner Familie geht es nach wie vor gut. Es gibt aber viele Neuigkeiten:
Am Montag, den 4. Mai hat die Regierung neue Maßnahmen getroffen, so hat sie die bestehenden strengen Maßnahmen gelockert:
Bereits zuvor hatten schon die Religiösen Gemeinden die Erlaubnis die Gottesdienstorte ab dem 3. Mai zu öffnen. Schon am 2. Mai wurden die Gebetsorte geöffnet. Die Muslime haben begonnen, ab 3. Mai in den Moscheen zu beten. Die evangelische Kirche hat veröffentlicht, dass sie ab Sonntag, dem 10. Mai die Gottesdienste beginnen wird. Die katholische Kirche hat noch nicht entschieden. Sie will immer noch die Situation beobachten und ist vorsichtig… So sind die katholischen Kirchen bisher immer noch geschlossen.
Am 4. Mai wurden viele neue Maßnahmen getroffen:
-        die Abriegelung der von Infektionen betroffenen Städte in Burkina wurden alle aufgehoben. So gibt es keine Quarantäne mehr.
-        die Transporte von Menschen dürfen auch alle beginnen, überall im Land. Jeder aber muss unbedingt eine Maske tragen. Für die Taxis darf der Fahrer nicht über drei Personen transportieren, und jeder Passagier muss obligatorisch eine Maske tragen.
-        Die Nationalgrenzen bleiben geschlossen, d.h. bisher gibt es keinen Passagiertransport von Burkina nach dem Ausland und umgekehrt. Die Straßengrenzen und Luftgrenzen sind so noch immer geschlossen.
-        Alle Märkte wurden jetzt auch wieder geöffnet und die Händler haben ihre Tätigkeiten aufgenommen.
-        Die Öffnung der Städte scheint die Situation aber zu komplizieren. Schon ist die Anzahl der Angesteckten schnell angewachsen: Am 4. Mai gab es 16 neue Angesteckte aber gleich nach der Erleichterung der Maßnahmen, am folgenden Tag, d.h. am 5. Mai gab es 41 neue Kranke.
So ist die Situation der Corona-Krankheit seit dem 9. März bis zum 6. Mai 2020 folgendes:
-        736 Personen wurden bisher durch das Virus angesteckt, unter ihnen 278 Frauen und 458 Männer.
-        562 Person sind bisher wieder gesund
-        126 Personen werden medizinisch betreut
-        Insgesamt sind 48 Personen vom Anfang bis heute leider davon gestorben.
Die letzten Infektionen erfolgten in Ouagadougou und Bobo-Dioulasso. Bisher ist Tenkodogo immer noch Coronafrei.
Die Anordnung der Regierung, dass die Leute verpflichtet sind Masken zu tragen, wird durch eine große Sensibilisierungskampagne begleitet.

Aktuelle Nachrichten aus Tenkodogo (27./30. April 2020) von Paul Ilboudou

Unser Freund Paul Ilboudou hat uns geschrieben und berichtet nachstehend, wie er die Situation in Burkina Faso und in Tenkodogo erlebt. Er ist Deutschlehrer an mehreren Privatschulen und lebt zusammen mit seiner Frau Denise und seinen Kindern in Tenkodogo.

„Das Kontaktverbot, bei dem die Leute zwischeneinander in der Öffentlichkeit einen Distanzabstand von 1 Meter halten müssen, gilt auch hier. Keine Menschenmenge von über 50 Personen. Überall gibt es Eimer voll Wasser mit Seife zum Händewaschen. Vor jeder öffentlichen Einrichtung findet man einen Eimer mit Wasser und Seife. Seit einem Monat sind die Schulen, Universitäten, Ausbildungsorte, Kirchen, Moscheen und weitere Gebetsorte zu.
Seit dem 27. April müssen alle in ganz Burkina obligatorisch Masken tragen. Die Regierung arbeitet sehr viel, um den Leuten die Masken zu verteilen. Aber leider respektieren viele hier in Tenkodogo wie in anderen Städten die Maskenpflicht nicht richtig. Die Märkte wurden alle geschlossen, Großmärkte und sogar Quartiermärkte. Aber die Händler haben seit Montag angefangen, zu demonstrieren. Sie verlangen, dass die Regierung die Märkte wieder öffnet.
Auch in Tenkodogo sollten die Märkte geschlossen werden. Das Fernsehen kam sogar, um zu berichten, ob die Leute in Tenkodogo und besonders die Markthändler die Hygienemaßnahmen respektieren und durchführen. Es wurde dann berichtet, dass viele Händler diszipliniert sind, überall stünden Eimer mit Wasser und Seife. Der Markt wurde deshalb auch nicht geschlossen. Die Leute waren sehr zufrieden darüber.
Einige der großen Märkte in Ouagadougou und in Bobo-Dioulasso wurden wieder geöffnet, alle anderen werden in der nächsten Woche geöffnet werden.
Hier, wenn eine Stadt durch das Virus Covid-19 angesteckt wird, wird diese Stadt unter Quarantäne gestellt, d.h. niemand darf mehr in diese Stadt gehen und niemand darf aus der Stadt herauskommen. So sind die Städte Ouagadougou, Bobo Dioulasso, Dedougou, Banfora, Nouna, Boromo, Sindou und Manga geschlossen worden.
Tenkodogo ist bis heute Coronafrei. Alle Reisebusse wurden in dem Land gestoppt. Keine Reise zwischen Städten, kein Taxi auf den Straßen von ganz Burkina. Der Verkehr ist sehr schwach, die Straßen fast leer. Alles läuft sehr langsam.
Am Montag, dem 4. Mai beginnt die Schule mit der Wiederöffnung der Verwaltung vor allem, ab 11. Mai beginnen wir mit den Examensklassen. Ab 25. Mai beginnen die restlichen Klassen die Schule. Auch werden bald die geschlossenen Städte wieder geöffnet werden.“
(veröffentlicht am 3.5.2020)

Unsere Partnerorganisation hat den Kampf gegen die Weiterverbreitung des Corona-Virus aufgenommen

Den folgenden Beitrag fanden wir auf der Seite unseres Partners in Tenkodogo zum Kampf gegen die Weiterverbreitung des Corona-Virus In Burkina Faso und Tenkodo (Deutsche Übersetzung mit deepl.com - Französisches Original im Anschluss):

Das Exekutivsekretariat der Diözese (SED) von OCADES CARITAS de Tenkodogo, sorgt für die strikte Einhaltung der Schutzmaßnahmen zur Verhinderung des Coronavirus

Sofort als die Coronavirus-Pandemie bekannt wurde, hat OCADES-Caritas in Tenkodogo alles dafür getan die strengen Vorgaben für die strikte Einhaltung von Hygiene- und Gesundheitsmassnahmen umzusetzen. Dem Beispiel der Bischofskonferenz von Burkina-Niger folgend, forderte der Exekutivsekretär der Diözese, Pater Mathieu BALIMA, die Menschen auf, die zur Abwehr der notwendigen Abwehrmaßnahmen genauestens zu respektieren und gleichzeitig darauf zu achten. Auch sorgte er dafür, dass die Einrichtung mit sanitären Schutzausrüstungen ausgestattet wurde.
Um das Personal besser zu schützen, wurde das Generalsekretariat in Tenkodogo für fast zwei Wochen geschlossen, so dass die Mitarbeiter nunmehr im Rahmen ihrer Möglichkeiten an ihren jeweiligen Einsatzorten arbeiten können.

Le secrétariat exécutif diocésain (SED) de l'OCADES CARITAS de Tenkodogo, fidèle au strict respect des mesures barrières de prévention contre le Coronavirus

Dès l’annonce de la pandémie du Coronavirus, l’OCADES Caritas de Tenkodogo n’a pas lésiné quant à la prise de décisions rigoureuses, pour le strict respect des mesures d’hygiène et de santé. A l’instar de la conférence épiscopale Burkina-Niger, le secrétaire exécutif diocésain, l’abbé Mathieu BALIMA, a invité les uns et les autres à respecter scrupuleusement les mesures barrières édictées en la matière, tout en prenant le soin d’équiper la structure de kits de protection sanitaires.
Afin de mieux protéger le personnel, le SED a fermé ses portes depuis près de deux semaines, en donnant la latitude aux agents de travailler dans les limites de leurs possibilités, dans leurs lieux de confinement respectifs.

Wie sieht es aus in Burkina Faso?

Am 30. März hat Burkina Faso mit 12 Todesopfern die meisten Todesopfer in Subsahara-Afrika zu beklagen. In Burkina Faso gibt es derzeit nur ein Krankenhaus, das für die Aufnahme von Coronavirus-Patienten eingerichtet und vorbereitet ist. Es verfügt aber nur über eine Handvoll Beatmungsgeräte. Mindestens sechs Minister der Regierung sind seitdem positiv auf das Virus getestet worden, ebenso wie zwei ausländische Botschafter aus Italien und den Vereinigten Staaten. Ein einziges Testlabor in Bobo-Dioulasso - fünf Autostunden von der Hauptstadt Ouagdougou entfernt - bedeutet, dass Verdachtsfälle im ganzen Land mindestens 12 Stunden auf die Ergebnisse warten müssen. Fortsetzung hier: Die Regierung sagte, sie wolle ein zweites Labor in Ouagadougou einrichten, hat aber niemanden, der qualifiziert wäre, die Ausrüstung im Land einzurichten. Da die Grenzen seit dem 21. März 2020 abgeriegelt und der Flughafen von Ouagadougou geschlossen sind, verzögert sich der Prozess, einen dringend notwendigen ausländischen Experten ins Land zu holen.

Wasserknappheit ist in Burkina Faso eine besondere Herausforderung. Die in Burkina Faso geltende Ausgangssperre verhinderte, dass Menschen in armen Gebieten Zugang zu Gemeinschaftsbrunnen haben, die nur nachts in der Trockenzeit fließen. Wassermangel erschwert auch das Händewaschen und die allgemeine Hygiene. Erschwerend hinzu kommt die sehr fragile Sicherheitslage in Burkina Faso. Im vergangenen Jahr 2019 haben bewaffnete Gruppen Dörfer im Norden und Osten von Burkina Faso verwüstet und mehr als 800.000 Menschen vertrieben. Sie sind in städtische Zentren oder an Orte geflohen, die für Binnenvertriebene vorgesehen sind. An diesen Orten aber stellen die Überbevölkerung und der fehlende Zugang zu Wasser für Familien und Aufnahmegemeinschaften enorme Probleme dar. Hygienemaßnahmen, wie häufiges Händewaschen mit Seife und Wasser, das Tragen einer Maske und soziale Distanzierung können für die Vertriebenen nicht in die Realität umgesetzt werden.

Ungefähr 350.000 Menschen in Burkina Faso benötigen dringend Zugang zu ausreichend Wasser und Unterkünften, um die wüstenähnlichen Bedingungen in den abgelegenen Teilen Burkina Fasos zu bewältigen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk warnte davor, dass in den Regionen Burkina Faso Centre Nord und Sahelzone noch mehr Menschenleben in Gefahr geraten könnten. Auf diese Orte wurde hingewiesen, da sie Hunderten von Vertriebenen aus ihren Häusern Unterschlupf bieten, darunter auch kleinen Kindern.

Quelle:
https://en.wikipedia.org/wiki/2020_coronavirus_pandemic_in_Burkina_Faso

 

Hilfe für die Menschen in Tenkodogo im Kampf gegen das Corona-Virus - Freundeskreis ruft auf zu Spenden für die Kampagne

Freundeskreis ruft auf zu Spenden für die Kampagne: 40 freiwillige Helfer in 20 Dörfern klären die Bevölkerung über die Wirkung des Covid-19-Virus und über Maßnahmen zur Prävention auf.

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Der Eingang zum Sekretariat unserer Partnerorganisation OCADES in Tenkodogo ist nur noch nach Kontrolle möglich.
Vor Arbeitsbeginn erfolgt die tägliche Gesundheitskontrolle der Mitarbeiter und Besucher per Fiebermessung.
Wie überall auf der Welt gilt auch in Tenkododgo regelmäßiges Händewaschen wie Abstandhalten und Mund-Nasen-Maske als oberste Gebote der Prävention vor Ansteckung durch das Civid-19 Virus.