HOFHEIM - Zwei Mal im Jahr starten Lehrer und Schüler der Hofheimer Johann-Hinrich-Wichern-Schule eine Spendensammelaktion für den guten Zweck. Im Mai wurde ein Spendenlauf veranstaltet, bei dem die stolze Summe von 1266,72 Euro zusammenkam. Der Betrag geht auf Wunsch der Schüler an den Freundeskreis Hofheim – Tenkodogo. Die Hofheimer Schüler unterstützen mit ihrer Aktion Projekte des Vereins wie den geplanten Bau einer Sanitätsstation.
Bei dem Spendenlauf haben sich die Schüler für eine Runde von 400 Metern Sponsoren gesucht. „Ich bin neun Runden gelaufen“, erzählt die elfjährige Michelle, „es war voll anstrengend, aber ich finde es wichtig, etwas für Kinder in Afrika zu tun“.
Die erlaufene Summe ist auch deswegen ein riesiger Erfolg, da auf die Johann-Hinrich-Wichern-Schule – einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen – nur rund 70 Kinder gehen, von denen gut 50 freiwillig am Spendenlauf teilgenommen haben. „Insgesamt sind die Schüler 270 Runden gelaufen, das entspricht 110 Kilometern“, berichten Schulsozialarbeiter Erwin Tögel und Schulsozialarbeiterin Anne Paluch vom Diakonischen Werk Main-Taunus und für den Kreis. „Darauf sind wir stolz“, bekräftigt Schulsprecherin Julia. Interessiert lauschten die Schüler den Erzählungen von Bürgermeisterin Gisela Stang, die selbst im Freundeskreis aktiv ist und sich vor Ort in Tenkodogo ein Bild gemacht hat.
Tenkodogo liege in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt. Nur 25 Prozent der Kinder können in die Schule gehen. „Bildung ist der einzige Weg aus der Armut“, unterstreicht Stang. Deswegen habe der Verein entschlossen sich auf das Projekt Schulbau zu konzentrieren.
Unter anderem habe man durch die Erweiterung der Schule im Dorf Goursampa ermöglicht, dass das Bildungsprogramm für alle Kinder im Dorf jährlich sichergestellt werden kann. Außerdem wurden das Anlegen eines Schulgartens und eines Brunnens oder der Bau einer Schulküche unterstützt. Nahezu unvorstellbar war es für die Wichernschüler, dass die Kinder in Tenkodogo kein fließendes Wasser zur Verfügung haben, sondern den flüssigen Rohstoff aus einem Brunnen holen müssen.
Auch dass kaum Supermärkte vorhanden sind, es häufig nur Reis und Bohnen zu essen gibt, die Kinder oft nur ein T-Shirt als Bekleidung besitzen und gerne zur Schule gehen, auch wenn sie dafür Kilometer weit durch die Hitze laufen müssen, nahmen die Wichernschüler betroffen zur Kenntnis.
Als Nächstes plant der Freundeskreis, eine zentrale Sanitätsstation in Goursampa zu bauen. „Eure Spende ist sehr wichtig und kommt an“, lobt Stang die Schüler.